Meine Zuchtphilosophie

Will to please - der absolute Wille zu entsprechen - ist für mich das, was das ganz besondere am Labrador ist - und damit auch eines meiner obersten Zuchtziele. Daneben gibt es aber natürlich auch noch andere wichtige Punkte, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen:

Gesundheit:
Dass es für jeden Züchter das oberste Bestreben ist, gesunde Hunde zu züchten, sollte nicht zur Diskussion stehen. Aber auch ein weiterer Punkt steht fest und auch das muss erwähnt werden: Eine Garantie für gesunde Welpen kann leider auch der beste Züchter nicht geben.

Selbstverständlich ist aber, dass man mit gesunden Elterntieren züchtet und sich auch über die verwendeten Linien so gut wie nur irgendwie möglich informiert. Hier ist die Minimierung des Risikos das Ziel - in jeder Zuchtlinie wird sich der eine oder andere kleine Fehler finden lassen. Die Augen davor zu verschließen führt nicht zum Erfolg, durch das Wissen darüber kann aber das Risiko einer Erkrankung so gering wie möglich gehalten werden. In diesem Zusammenhang auch ein Apell an alle Welpenkäufer: Nur wenn der Züchter über ausreichende Informationen über seine Nachzucht verfügt kann dieser seine Zuchtplanung vernünftig gestalten. Dafür ist es erforderlich, dass der Kontakt zwischen Züchter und Welpenkäufer bestehen bleibt, möglichst viele Hunde geröngt werden und der Züchter allgemein über die Gesundheit, das Wesen und die Leistungsbereitschaft seiner Hunde informiert wird.

Wesen und "will to please":
Wie bereits anfangs erwähnt ist neben den gesundheitlichen Vorgaben das Wesen des Labradors ein ganz entscheidendes Zuchtziel für mich. Der Labrador soll seinem eigentlichen Zweck, nämlich Jagdgehilfe für die Arbeit nach dem Schuss zu sein, sowohl körperlich als auch geistig entsprechen. Die Wesensfestigkeit und Tauglichkeit als Familienhund geht damit Hand in Hand und ist selbstverständlich. Mein Motto lautet: Der Hund soll ein idealer Familienhund sein, aber gleichzeitig in der Lage sein, einen Jäger auf der Jagd zu begleiten, auf Workingtests zu bestehen oder andere Aufgaben, die ihm gestellt werden, zu erfüllen.

Damit das funktioniert, ist der "will to please", also der absolute Wille, dem Hundeführer zu gefallen, entscheidend. Diese Bereitschaft wurde in den sogenannten "Arbeitslinien" selektiert, hier werden Hunde für die Zucht verwendet, die über Generationen hindurch nicht vorrangig nach dem Formwert beurteilt wurden, sondern schwere jagdliche Prüfungen abgelegt haben, in denen sie die Zusammenarbeit mit dem Hundeführer unter Beweis stellen mussten. Ich selbst führe den Großteil meiner Hunde jagdlich beziehungsweise arbeite außerhalb der Jagdsaison mit Dummies. Aus meiner Zucht stammen aber neben Jagdhunden und Hunden, die ihr Können auf Workingtests oder Field Trials unter Beweis stellen, auch Rettungs- und Therapiehunde und ich freue mich ganz besonders, dass die Hunde auch auf diesen Gebieten ihre Leistungsbereitschaft unter Beweis stellen.

Formwert:
Was den Formwert, also das Aussehen des Hundes betrifft, ist es für mich wichtig, dass der Hund grundsätzlich dem Erscheinungsbild des Labradors entspricht. Plazierungen in Ausstellungen sind aber nicht das Ziel meiner Zucht. An dieser Stelle muss man auch erwähnen, dass sich im Laufe der Zeit zwei Typen von Labrador entwickelt haben, eben Arbeitshunde und sogenannte Showhunde. Die Hunde aus meiner Zucht stammen größtenteils aus englischen Arbeitslinien, entsprechen dem Arbeitstyp des Labradors und sehen deshalb schlanker aus als jene Hunde, die man derzeit auf Ausstellungen sieht. (Viele der schweren Ausstellungshunde wären vermutlich auch nicht mehr in der Lage, auch nur einen halben Jagdtag körperlich zu überstehen). Wer also mit seinem Hund eine Ausstellungs Karriere anstrebt, sollte sich besser an einen Zuchter wenden, der dies als eines seiner Zuchtziele sieht.

Zur Aufzucht:
Wie ich schon anfangs erwähnt habe, kann leider kein Züchter eine Garantie für die Gesundheit des Hundes abgeben. Allerdings kann man schon einiges für die Aufzucht und Sozialisierung der Welpen tun und das sollte auch wirklich ernst genommen werden. Meine Welpen wachsen in einer riesigen Wurfkiste im Wohnzimmer auf und machen tagsüber Ausflüge in den Hof und den Garten, wo es alle möglichen Dinge gibt, die einerseits zum Spiel einladen, andererseits aber auch den Welpen mit verschiedenen Umweltreizen vertraut machen. Der Besuch der neuen Besitzer ist mir sehr wichtig, je öfter sie da sind, umso lieber ist es mir, da sich dadurch für mich auch die Möglichkeit ergibt, die neuen "Hundeeltern" auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Diese Besuche sind selbstverständlich manchmal recht anstrengend und es bleibt in der Zeit der Aufzucht eines Wurfes oft wenig Zeit für andere Dinge. Aber dafür geht dann auch keiner meiner Hunde an Fremde, die Hunde kennen ihre neuen Besitzer und die Eingewöhnung in das neue Zuhause ist dadurch problemlos. Ich gehe auch mit allen meinen Welpen ins Gelände, mache sie mit dem Wasser bekannt und überprüfe, ob sie schussfest sind. Geräusche des Alltags und Autofahren gehören genauso zur Sozialisierung wie der Kontakt mit Menschen verschiedensten Alters, Kinder sind jederzeit willkommene Sozialisierungstrainer ...

Abgabekriterien:
Die Verwendung als Jagdhund ist kein absolut entscheidendes Kriterium für die Abgabe der Hunde. Ich hätte allerdings schon gerne, dass sich der zukünftige Besitzer mit seinem Hund entsprechend artgerecht beschäftigt. Das heißt, den Hund apportieren lässt oder ihn für andere Arbeitsbereiche verwendet. Ich stehe meinen Welpenkäufern diesbezüglich selbstverständlich auch mit Rat und Unterstützung zur Seite und es hat bis jetzt eigentlich auch noch niemanden gegeben, dem die Arbeit mit dem Hund keinen Spaß gemacht hätte.

Last but not least zum Preis der Welpen:
Obwohl dies selbstverständlich ein wichtiges Kriterium für Welpenkäufer ist, sollte der Preis nicht die Entscheidung für den Kauf eines Welpen sein. Ich gebe immer folgendes zu bedenken: Wenn man einen Preis von EUR 1.200,-- für einen Welpen annimmt, kann man bei einer (eher gering angesetzten) Lebensdauer des Hundes von 10 Jahren mit einem finanziellen Aufwand für den Kaufpreis von EUR 120,-- pro Jahr, also ganzen EUR 10,-- pro Monat (!!!) ausgehen. Wem ein Hund das nicht Wert ist, sollte den Entschluss zum Kauf eines Hundes noch einmal gründlich überlegen. Die zu erwartenden Kosten für Futter, Pflege, Impfungen, Entwurmungen, und ab und zu einmal einen Tierarztbesuch liegen bei weitem höher und müssen selbstverständlich auch eingeplant werden.

Meine Welpen kosten seit Jahren EUR 1.200,--, sind bei der Abgabe zwei Mal geimpft, vier Mal entwurmt und selbstverständlich gechipt. Die Welpen stehen unter regelmäßiger tierärztlicher Kontrolle. Meine Tierärztin Dr. Eva Müller, züchtet selbst Englische Bulldogen und hat daher auch besonders in Hinblick auf Welpen sehr große Erfahrung.

Weitere Informationen und persönlicher Kontakt:
Sollten Sie Interesse an einem Welpen haben würde ich Sie bitten, mich anzurufen, damit wir einen Termin für ein persönliches Gespräch vereinbaren können. Es ist mir auch wichtig, dass alle Welpeninteressenten meine Hunde sehen, um sich ein Bild davon zu machen, welchen Typ von Labrador sie bekommen werden. Ich möchte keinen Arbeitshund an Leute abgeben, die lieber den schweren Typ des Showhundes haben möchten und dann enttäuscht sind. Außerdem ist es natürlich auch wichtig, dass der Hund zu den neuen Eigentümern passt. Einen schnellen und aktiven Arbeitshund an ein nicht mehr ganz rüstiges Pensionistenpaar abzugeben wäre wohl eine Fehlentscheidung.

Zum Abschluss noch ein Tipp: Sehen Sie sich bitte möglichst viele Züchter an, sowohl Züchter von Arbeits- als auch von Ausstellungshunden. Das wird Ihnen die Entscheidung sehr erleichtern, wo Sie sich einen Hund nehmen wollen und Sie werden dann auch einen guten Kontakt zu Ihrem Züchter haben. Das ist für mich eine ganz wichtige Sache, da der Züchter immer die erste Anlaufstelle für Sie sein sollte, wenn es irgendwelche Fragen oder am Ende gar Probleme gibt.

Sie erreichen mich am besten nach 18 Uhr unter 0676/700 93 60 und wir können natürlich auch allfällige Fragen am Telefon erörtern.